Handball-Sommercamp der DUKETIS-Handballschule – Tag 4

Handball-Sommercamp der DUKETIS-Handballschule – Tag 4
Tagebucheintrag – TAG 4
Liebes Tagebuch, der heutige Tag hat eine echte Überraschung für mich parat. Doch dazu später.
Die ganze Nacht hat es geregnet. Mein Tag beginnt wie immer um kurz nach 5 Uhr und ich mache mir meinen Tee. Dieses Ritual ist mir heilig. Dann starte ich meinen Computer, gehe die Trainingspläne durch und schaue, ob alles nach Plan läuft. Ah, jetzt ist es 06:30 Uhr und eigentlich Zeit, die Kids zu wecken. Aber da der Regen noch immer andauert, beschließe ich, sie heute länger schlafen zu lassen und den Frühsport im Stadion ausfallen zu lassen. Ich weiß, ich bin zu gut für diese Welt. Um 7:00 Uhr wecke ich dann doch die Truppe und bitte sie, sich um 07:15 Uhr in unserem Besprechungsraum einzufinden. Der heutige Tagesablauf weicht zwar vom Trainingsplan ab, was aber nicht bedeutet, dass es heute einfacher wird. Nach dem Frühstück geht`s ab in die Halle, wo ich inzwischen 7 Stationen eines Parcours aufgebaut habe, den beide Gruppen (Jungs gegen Mädchen) bewältigen sollen und zwar in Teamarbeit. Um die Teamfähigkeit zu stärken, sollen sich die Kids beratschlagen, wer an welcher Station wohl das beste Ergebnis erzielen wird. Nach einer kurzen Teambesprechung geht es schon los. Eigentlich räume ich den Mädels keine allzu großen Chancen ein, die Jungs zu besiegen, doch sie belehren mich eines Besseren. Mit 4:1 gehen die Mädchen als Sieger aus diesem Vergleich hervor und die Freude ist natürlich riesengroß. Beide Teams haben sich die nun anstehende Pause redlich verdient. Die Asterix-Gruppe verlässt noch die Halle, da steht die Obelix-Truppe schon bereit. Heute werden einige Kids erstmals mit einem Rebounder Bekanntschaft machen. Will man an dem Rebounder erfolgreich arbeiten, muss man die richtige Technik drauf haben: den genauen Punkt treffen, die Entfernung richtig einschätzen, den Ball mit der nötigen Wucht werfen und geschickt den zurückkommenden Ball auffangen, um dann aufs Tor zu werfen.
Nach der anspruchsvollen Trainingseinheit gehen wir alle gemeinsam zu Tisch. Auf einmal sagt jemand: „Guckt mal da, der sieht ja aus wie Tom, der Torwart der 1. Mannschaft von SVH Kassel.“ Ich denke, das ist nur Spaß, aber nein, da kommen tatsächlich einige meiner ehemaligen Jugendspieler, Tom G., Tom S., Milan und Luca, die ich von der E- bis zur A-Jugend zu Handballspielern ausgebildet habe. Eine tolle Überraschung und große Ehre für mich. Ich frage: „Jungs, was macht Ihr denn hier?“ „Trainer, wir wollen dich besuchen!“ Meine Freude war unbeschreiblich. Und da die Jungs etwas Zeit mitgebracht haben, bitte ich sie, mir bei der Trainingseinheit mit der Asterix-Gruppe zu helfen. Sie überlegen nicht lange und sind mit Elan dabei. Ich betrachte das Geschehen mit viel Stolz und denke, ich kann nichts verkehrt gemacht haben, wenn diese Spieler meinetwegen kommen, um zu sehen, wie es mir geht. Leider ist der Besuch nur kurz, aber die Überraschung ist echt gelungen. Mit der Obelix-Gruppe mache ich im Anschluss viele Komplexübungen, um das Spielverständnis zu festigen. Die Kids werfen viel aufs Tor, damit sie an Treffsicherheit gewinnen. Gleich nach dem Training geht es dann in unseren Videoraum zur Fehleranalyse. Es ist witzig, sich selbst so in Aktion zu sehen und man erkennt seine eigenen Fehler, die man in der Zukunft dann nicht mehr machen will. Nach dem Abendessen geht die Obelix-Truppe in die Schwimmhalle. Die Asterix-Truppe macht in der letzten Trainingseinheit des Tages Wettkampfspiele, die den Teamgeist, den Siegeswillen und den Kampfgeist stärken. Die Obelix-Gruppe holt im Spiel 6 gegen 6 alles aus sich heraus. Am Ende des Tages sind wieder alle müde und wollen nur noch ins Bett.
Während ich mich bei Keksen und Tee noch mal über den tollen Besuch meiner ehemaligen Jugendspieler freue, merke ich langsam, dass auch ich müde werde. Trotzdem schreibe ich noch mein Tagebuch und sortiere über 400 Bilder. Ja, so ein Camp bedeutet nicht nur Training vorbereiten, leiten und die Kids rund um die Uhr zu beschäftigen. Es sind noch viele weitere Arbeiten nebenbei zu erledigen, was niemand sieht. Aber mir fällt es nicht schwer, denn für die Kinder ist mir keine Arbeit zu schade. Sie glücklich zu sehen, ist mir eine Herzensangelegenheit.
So, Licht aus und schnell einschlafen. Mein letzter Gedanke gilt dem morgigen Abschlussturnier, auf das ich mich schon freue.
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