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Power-Handballcamp Bendorf – Tagebucheintrag Tag 1 oder die Baustellen auf der Straße verfolgen mich bis aufs Spielfeld!

Posted on 17 Okt. um 10:28 Uhr

Power-Handballcamp Bendorf – Tagebucheintrag Tag 1 oder die Baustellen auf der Straße verfolgen mich bis aufs Spielfeld!

Bendorf, da bin ich wieder! Sogar pünktlich – trotz der furchtbar vielen Baustellen auf der Autobahn.

Christian, Richard und ich laden erst einmal unsere Trainingsutensilien für die „körperliche Selbstzerstörung mit pädagogischem Hintergrund“ aus und schon platziere ich meinen berüchtigten handballspezifischen Athletikparcours.

Da ist ja der Klaus, mein geschätzter Trainerkollege und auch die ersten Camp-Jungs trudeln ein, werfen einen Blick in die Halle und wissen sofort: Das wird kein Wellnesswochenende!

Christian übernimmt die Begrüßung, Klaus und ich machen noch ein paar kurze Ansagen. Dann übernehme ich das Aufwärmtraining. Drei Gruppen, Bälle, Lauftechnik und komplexe Übungen – schließlich möchte ich mir erst einmal einen Überblick verschaffen. Wer bringt technisch etwas mit? Wer hat Potenzial? Und wer muss seinen Ball erst einmal fragen, wo er eigentlich hinmöchte?

Nach einer kurzen Pause geht es richtig zur Sache. Und mit „richtig“ meine ich: Beinarbeit, Sprünge, Stabilisationsübungen und jede Menge koordinative Herausforderungen. Die Jungs merken schnell, dass Handball nicht nur aus Werfen, Fangen und anschließendem Torjubel besteht. Da gehört leider noch ein bisschen Arbeit dazwischen!

Klaus widmet sich derweil dem Angriffsspiel mit Schwerpunkt auf Eins-gegen-eins- und Zwei-gegen-zwei-Situationen. Wir wechseln die Gruppen fließend und ohne große Pausen. Schließlich sollen die Jungs etwas lernen – und nicht den Eindruck bekommen, sie seien zu einem Wellnesscamp mit gelegentlichem Ballkontakt angereist.

Klaus beschäftigt die C-Jugendlichen mit komplexen Übungen und kleinen Spielen mit Torabschluss. Die B-Jugendlichen bekommen bei mir Wurftraining mit gezielten Vorübungen. Kreuzbewegungen, Übergänge und unterschiedliche Torabschlüsse stehen auf dem Programm. Alles in Bewegung, mit Tempo und möglichst präzisen Abläufen. Die Jungs kommen ordentlich ins Schwitzen. Einige schauen inzwischen so, als hätten sie gerade erfahren, dass die Mittagspause ausfällt. Aber keine Sorge: Ich bin streng, nicht grausam!

Dann kommt das Mittagessen. Und zwar genau im richtigen Moment! Die Sauerstoffversorgung der Jungs scheint inzwischen eine größere Herausforderung zu sein als manche Wurfentscheidung. Die Teller werden jedenfalls mit einer solchen Begeisterung geleert, die ich mir bei manchen Passübungen ebenfalls wünschen würde. Klaus und ich nutzen die Pause, um uns auszutauschen. Wir sehen uns leider viel zu selten, aber wenn wir zusammenkommen, gibt es immer genug Gesprächsstoff.

Nach der Mittagspause geht es weiter. Klaus beschäftigt seine Gruppe mit anspruchsvollen Abwehrübungen und kombinierten Aufgaben. Bei ihm wird verteidigt, verschoben und gearbeitet. Die Jungs lernen, dass eine gute Abwehr nicht daraus besteht, einfach nur in der Nähe des Gegners zu stehen und freundlich zu hoffen, dass nichts passiert. Meine Gruppe konzentriert sich auf positionsspezifische Würfe. Stoßbewegungen, präzise Pässe und saubere Abläufe sollen zum erfolgreichen Torabschluss führen. Bis hierhin klingt das noch relativ entspannt. Doch dann kommen die Abwehrspieler dazu – und plötzlich wird aus der schönen Trainingszeichnung auf dem Papier eine echte handballerische Herausforderung. Jetzt muss unter Druck gearbeitet werden, offensiv wie defensiv. Entscheidungen müssen schneller fallen, Bewegungen präziser werden und die Pässe dort ankommen, wo sie hingehören. Ich muss zugeben: Es gibt einiges zu korrigieren. Aber genau dafür sind wir da! Klaus und ich bringen unsere Erfahrung ein, korrigieren, erklären und zeigen, wie es besser geht.

Zum Abschluss teile ich die Jungs in zwei Mannschaften ein. Jetzt wird gespielt! Ich möchte sehen, was von den vielen Übungen im Spiel tatsächlich ankommt. Wer setzt die Inhalte um? Wer erkennt die richtigen Situationen? Wer übernimmt Verantwortung? Und wer entdeckt plötzlich ungeahnte Fähigkeiten, sobald ein Tor auf dem Spiel steht?

Im anschließenden Feedback sprechen wir noch einmal über die kleinen, aber entscheidenden Details. Klaus und ich sind mit vielem zufrieden, sehen aber auch deutlich: Da ist noch Luft nach oben! Trotzdem haben die Jungs alles gegeben. Und das zählt! Einsatzbereitschaft, Lernwille und Spaß am Handball sind die Grundlage für alles Weitere. Natürlich freuen wir uns, wenn die Jungs zeigen wollen, was in ihnen steckt – und uns Trainern damit ebenfalls eine Freude machen. Aber am Ende sollen sie vor allem selbst merken, dass sie sich verbessern können.

Fazit: Der erste Tag in Bendorf ist geschafft. Die Beine sind müde, die Köpfe voll mit neuen Eindrücken und die Akkus vermutlich irgendwo im roten Bereich. Bei den Trainern sieht es übrigens nicht viel anders aus. Wir geben es nur nicht so offen zu! Klaus und ich wissen jetzt besser, wo die Stärken der Jungs liegen und an welchen Baustellen wir in den nächsten Einheiten arbeiten müssen. Denn jeder möchte sich verbessern, jeder möchte mit seiner Leistung zufrieden sein und jeder soll am Ende des Camps sagen können: Ich habe etwas gelernt, ich habe alles gegeben und ich hatte Spaß dabei!

Liebes Tagebuch, morgen geht’s weiter – und die nächste Baustelle wartet wieder auf uns!

Iljo Duketis – Handballschule Duketis                                                                                                                                                      „Weck den Handballer in Dir!“

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