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Power-Handballcamp Bendorf – Tagebucheintrag Tag 2 oder wenn Lob Flügel verleiht

Posted on 18 Okt. um 7:54 Uhr

Power-Handballcamp Bendorf – Tagebucheintrag Tag 2 oder wenn Lob Flügel verleiht

Was für ein Tag! Einer dieser Tage, die mit einem breiten Grinsen beginnen und mit einem noch breiteren Erkenntnisgewinn enden. Ich liebe solche Tage, an denen ich nicht nur Bälle verteile, sondern vor allem Lob, Motivation und den einen oder anderen wertvollen Tipp. Denn heute spüre ich ganz deutlich: Ich erreiche die Mannschaft! Die Jungs nehmen jede Korrektur dankbar an, wollen dazulernen und zeigen, dass sie sich verbessern möchten. Da schlägt mein Trainerherz Purzelbäume.

Alle sind pünktlich am Start. Pünktlichkeit ist eben auch eine Form von Treffsicherheit! Heute übernimmt Klaus das Aufwärmtraining. Mit vielen kleinen Übungen, gymnastischen Einheiten und natürlich jeder Menge Ballkontakt bringt er die Jungs auf Betriebstemperatur. Denn ohne Bewegung läuft im Handball bekanntlich gar nichts – außer vielleicht der Schweiß! Während Klaus die Jungs ordentlich in Schwung bringt, kann ich tatsächlich noch in Ruhe meinen Tee genießen. Ein seltener Luxus im Trainerleben! Normalerweise bin ich schneller auf den Beinen als ein Außen auf dem Weg zum Tempogegenstoß. Heute darf ich mich kurz zurücklehnen und den Tee in aller Ruhe ziehen lassen. Wenn das kein gelungener Start ist! Doch irgendwann ist auch meine Teepause Geschichte. Die Gruppen werden eingeteilt: Klaus schnappt sich die C-Jugend, und ich übernehme die B-Jugendlichen. An zehn Koordinationsstationen stehen Schnelligkeit, Koordination und technische Feinheiten auf dem Programm. Denn schnell laufen kann jeder – aber schnell laufen und dabei technisch sauber bleiben, das ist die wahre Kunst.

Und jetzt bin ich in meinem Element! Die Jungs sind voll dabei, und ich merke schnell, wie der Funke überspringt. Mit viel Lob und gezielten Korrekturen ziehe ich sie förmlich auf meine Trainingsbahn. Vielleicht brauchen sie genau diese Mischung aus Anerkennung und Verbesserungsvorschlägen, um ihre spielerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Jedenfalls sehe ich in immer mehr Gesichtern dieses besondere Leuchten: Ich kann das! Und ich kann es noch besser! Währenddessen bringt Klaus seine Gruppe mit kleinen Spielformen auf die richtige Betriebstemperatur, bevor er sich der taktischen Angriffsarbeit widmet. Überall wird gearbeitet, ausprobiert, korrigiert und gelacht. Der Handball läuft – und die Zeit leider auch!

Ich möchte die Begeisterung unbedingt aufrechterhalten, aber dann meldet sich der Koch zu Wort: Das Essen wird kalt, wir müssen aufhören! Ausgerechnet jetzt, wo es richtig heiß wird! Ganz ehrlich: In solchen Momenten braucht man eigentlich keine Mittagspause. Der Ball rollt, die Köpfe rauchen und die Motivation kocht über. Aber irgendwann gewinnt der Magen gegen den Bewegungsdrang. Auch der stärkste Handballer kann nicht allein von Pässen und Lobeshymnen leben. Also heißt es: Trainingsstopp und ab an den Mittagstisch!

Nach der Pause geht es mit noch mehr Schwung weiter. Meine Gruppe widmet sich den Laufwegen im Angriff. Ziel ist es, die Abläufe so zu automatisieren, dass sie später im Spiel wie von selbst funktionieren. Gleichzeitig sind drei Bälle im Einsatz, deren Pässe in unterschiedlichen Positionen ankommen müssen. Jetzt ist Köpfchen gefragt! Wer bekommt welchen Ball? Wo muss ich hinlaufen? Wann spiele ich weiter? Hier muss die Konzentration mindestens genauso schnell sein wie die Beine. Schließlich ist Handball kein Wunschkonzert, bei dem jeder Ball freiwillig auf der eigenen Position landet! Klaus arbeitet parallel am Zusammenspiel zwischen Rückraum und Kreis. Der richtige Pass zum richtigen Zeitpunkt ist dabei entscheidend. Denn ein Kreisläufer kann noch so gut stehen – wenn der Ball nicht ankommt, wird aus einer Torchance eben ein technischer Fehler.

Und bei meiner Gruppe? Da läuft es inzwischen wie geschmiert! Die Abläufe werden flüssiger, die Motivation klettert auf ein echtes Spitzenniveau, und die Jungs setzen meine Korrekturen immer schneller um. Natürlich darf bei aller Power auch die Regeneration nicht zu kurz kommen. Ich lasse die Jungs deshalb etwas zur Ruhe kommen, bevor wir in die letzte Trainingseinheit starten.

Und dann passiert etwas, das die Stimmung endgültig auf ein neues Level hebt: Draußen wartet Kuchen! Und wieder einmal erobert eine Mutter mein Herz im Sturm. Yvonne heißt die gute Seele, und sie hat nicht einfach ein paar Nussecken mitgebracht. Nein, sie fährt gleich das komplette Nussecken-Geschwader auf – vier Etagen voll -, eine süße Machtdemonstration! Bei diesem Anblick werden selbst die härtesten Abwehrspieler weich. Nussecken statt Koordinationsleiter – da kann man schon einmal schwach werden.

Dann steht meine letzte Trainingseinheit für heute an: individuelles Wurftraining. Vier verschiedene Wurftechniken stehen auf dem Programm: der Wurf zur Hand, der Überzieher, die Wurftäuschung mit Drehung um die eigene Achse und natürlich der Schlagwurf. Die Wurfserien sind so aufgebaut, dass neben der Dynamik auch unterschiedliche Laufwege berücksichtigt werden. Denn ein guter Wurf beginnt nicht erst mit dem Arm, sondern schon mit den Beinen, dem Timing und der richtigen Entscheidung. Wer das Tor treffen möchte, muss eben nicht nur einen guten Wurfarm, sondern auch einen guten Plan haben! Klaus beschäftigt sich in seiner letzten Einheit mit Abwehrsituationen. Hier wird genau erklärt, an welchen Stellen die Jungs den Gegner bereits im Spielaufbau stören müssen. Denn wer den Angriff früh aus dem Takt bringt, spart sich später so manchen Rettungsversuch und unnötige Zeitstrafen.

Zum Abschluss bilden wir drei Mannschaften. Die Regel ist einfach und sorgt für ordentlich Feuer: Die Mannschaft, die drei Tore erzielt, bleibt auf dem Spielfeld, während die nächste Mannschaft nachrückt. So bleibt die Spannung hoch, und jeder bekommt seine Spielzeit. Niemand muss lange draußen schmoren, und alle können zeigen, was sie gelernt haben. Ein tolles Abschlussspiel, bei dem nicht nur die Tore zählen, sondern auch der Teamgeist. Hier wird um jeden Ball gekämpft, miteinander gespielt und füreinander gearbeitet. Handballherz, was willst du mehr?

Wenn ich diesen Tag Revue passieren lasse, bleibt vor allem eines hängen: Wir Trainer haben heute unglaublich viel Freude an unseren Gruppen. Die Jungs gehen an ihre Grenzen, nehmen Korrekturen an und setzen das Gelernte mit Begeisterung um. Das Feedback fällt entsprechend positiv aus. Und für mich ist das der schönste Lohn: nicht nur zu sehen, was die Spieler heute können, sondern vor allem zu erkennen, was sie morgen noch besser machen werden.

Leider muss ich mich heute von unserem Klaus verabschieden. Die gemeinsame Zeit macht richtig Spaß, und die Zusammenarbeit funktioniert wunderbar. Aber zum Glück bleibt die Trainerbank nicht leer: Mit Thomas und Richard bekomme ich neue Verstärkung an meine Seite. Das nächste Kapitel im Power-Handballcamp ist also bereits in Vorbereitung!

Und jetzt sitze ich hier und merke, wie viel ich heute geschrieben und wie viel Lob ich verteilt habe. Ob sich dieser Tag überhaupt noch toppen lässt? Ich bin mir da nicht sicher. Zehn Koordinationsstationen, motivierte Jungs, taktische Fortschritte, vier Wurftechniken, drei Bälle gleichzeitig, drei Mannschaften zum Abschluss und vier Etagen Nussecken – das ist schon eine ganze Menge Power für einen einzigen Camptag! Aber genau deshalb liebe ich diese Tage. Weil es nicht nur um Handball geht, sondern um Entwicklung, Vertrauen, Begeisterung und das gemeinsame Gefühl, etwas geschafft zu haben. Heute gehen wir alle mit vollen Köpfen, müden Beinen und hoffentlich auch mit einem kleinen Lächeln nach Hause.

Liebes Tagebuch, bist Du auch so gespannt auf morgen?

Iljo Duketis – Handballschule Duketis                                                                                                                                                      „Weck den Handballer in Dir!“

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