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Die ehemalige A-Jugend SVH Kassel – eine unvergessliche Zeit ­–

Posted on 30/05/2021

Die ehemalige A-Jugend SVH Kassel – eine unvergessliche Zeit ­–

Es gibt tatsächlich nur wenige Vereine, die es schaffen, eine komplette A-Jugend in die 1. Männermannschaft zu integrieren. Dem SVH Kassel ist dies vor 2 Jahren gelungen. Meine ehemaligen Jungs, auf die ich noch heute sehr sehr stolz bin, habe ich von der E-Jugend bis zur A-Jugend trainiert und begleitet. Stolz bin ich nicht nur deshalb, weil es alle gute Handballspieler sind, sondern es sind insbesondere ganz tolle Menschen, die nicht zuletzt auch durch meinen Einfluss ihren Weg gegangen sind und sich zu Spielerpersönlichkeiten entwickelt haben. Wir waren nie die beste Mannschaft in unserer Liga, aber – und davon bin ich überzeugt – wir haben den schönsten und attraktivsten Handball gespielt. In diesem Team gab es nie Stars, die gesamte Mannschaft glänzte und jeder kam auf seine Weise zur Geltung. Bei den vielen verschiedenen Spielzügen, wie z.B. beim Doppelkempa oder bei der 2. Welle kamen alle Positionen wechselweise zum Torabschluss – außer vielleicht der Torwart. Jeder Spieler stellte sein Können in den Dienst der Mannschaft. Auch unser Abwehrsystem war attraktiv anzusehen, egal ob wir eine 3:2:1-Abwehr oder eine 4:2-Abwehr spielten – die Zuschauer waren begeistert. Wir traten immer sehr diszipliniert auf und galten als eines der fairsten Teams. Respekt gegenüber den Gegnern, den Schiedsrichtern und auch untereinander war unser größtes Gebot. Man sah es dem Team an, dass es Freude bereitete, den Zuschauern etwas Spektakuläres zu bieten – auch wenn es so manches Mal nicht glückte. Und egal, in welcher Sporthalle wir gespielt haben: wir sind immer als Freunde gekommen und haben die Halle auch als Freunde verlassen. Eine solche Kameradschaft – die über den Handball hinausging – habe ich kein weiteres Mal gesehen. Der Zusammenhalt kam auch dadurch zustande, dass wir neben dem Handball viel gemeinsam erlebt haben. Zum Beispiel haben wir gemeinsam Studienfahrten nach Rovinj/Kroatien gemacht und so manche Feste zusammen gefeiert. Schimpfworte waren tabu, Zeugnisse mussten mit ins Training gebracht werden, damit ich sie in Augenschein nehmen konnte. In der Sommerpause erhielten alle ein Trainingstagebuch und man traf sich in kleinen Gruppen, um die Trainingsaufgaben gemeinsam zu bewältigen. Das Team zeichnete eine tolle Freundschaft aus – jeder war für jeden da und zwar jederzeit. Das alles wäre nicht möglich gewesen, hätte ich nicht zwei tolle Betreuerinnen – die beiden Biancas – an meiner Seite gehabt. Sie mussten mich und meine Launen jahrelang ertragen, waren immer ein Bindeglied zu den Spielern und den Eltern und nahmen mir viele organisatorische Dinge ab. Auf sie war immer Verlass, auch wenn die Zusammenarbeit mit mir nicht immer einfach war. Der Teamspirit war so groß, dass Angebote anderer Vereine an einzelne Spieler stets abgelehnt wurden. Und nur so war es uns möglich, ein komplettes A-Jugendteam in die 1. Seniorenmannschaft nicht nur zu übernehmen, sondern diese so zu integrieren, dass sie schnell sogar zu Leistungsträgern wurden und ein starkes Gerüst der 1. Mannschaft darstellen.

Krönender Abschluss war das Grillfest in meinem Garten, wo sich meine A-Jugendlichen von mir verabschiedeten – in Richtung Seniorenteam. Alle waren dabei: Spieler, Betreuer, Eltern. Ein toller Tag, aber auch ein trauriger Abschied, wo so manche Träne floss…

Ich werde diese Zeit mit Euch niemals vergessen – sie war schön, intensiv und aufregend! Danke dafür!!!

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