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Reisebericht: Kassel trifft Mulhouse – Sport, Spaß und ein Hauch Croissant

Posted on 10/09/2025

Reisebericht: Kassel trifft Mulhouse – Sport, Spaß und ein Hauch Croissant

Auch in diesem Jahr durfte ich mit meinem Verein SVH Kassel beim sportlichen Städtevergleich antreten. Letztes Jahr fand dieser in Kassel – ebenfalls mit den Sparten Orientierungslauf und Handball – statt, dieses Jahr war wieder Mulhouse der Gastgeber, also ging die Reise Richtung Frankreich. Dieser Stadtvergleich hat bereits eine lange Tradition. Das erste Aufeinandertreffen fand bereits 1967 in Kassel statt. Damals standen Handball, Turnen, Schwimmen und Ringen auf dem Programm.

Als mich Andreas Horn vom Sportamt Kassel gebeten hatte, wieder dabei zu sein, war das für mich eine große Ehre – schließlich vertritt man nicht jeden Tag die Stadt Kassel im Ausland. Da die Abfahrt bereits für Freitag um 11:30 Uhr angesetzt war, erhielten meine „Auswahl“-Spieler sogar eine offizielle Bescheinigung zur Freistellung von der Schule.

Treffpunkt war das Auestadion, wo die Delegation des Sportamts in Person von Kim Damm (die den leider erkrankten Andreas Horn vertrat), sowie Heiko Lehmkuhl und Andrea Herschelmann (Dezernat III Ordnung, Sicherheit und Sport) auf uns warteten. Sportlich waren wir diesmal mit zwei Mannschaften am Start: dem OSC Kassel Orientierungslauf mit Trainerin Renée Schwarz sowie uns, dem SVH Kassel Handball, aufgefüllt mit Talenten aus meiner Handballschule und mir als Trainer.

Nach knapp sechs Stunden Fahrt – mit den üblichen Busritualen aus Brötchen, Pausen und dem obligatorischen „Sind wir bald da?“ – erreichten wir Mulhouse kurz nach 18 Uhr. Dort wurden wir herzlich von der Delegation aus Mulhouse empfangen und in unser Quartier, dem regionalen Sportzentrum „Centre Régional Sportif“, gebracht. Kaum waren die Zimmer eingeteilt, ging es schon direkt zum Abendessen.

Doch damit nicht genug: Um 20:30 Uhr setzte ich gleich noch ein Training an. Schließlich hatten wir neben meinen Spielern vom SVH Kassel auch Gastspieler aus meiner Handballschule dabei, die sich noch einspielen mussten. Schnell wurde versucht, den einen oder anderen Spielzug einzustudieren. Praktisch, dass wir im Sporthotel auch gleich eine Sporthalle hatten. Beim Training war die Stimmung bestens und alsbald waren alle froh, den Weg ins Bett zu finden.

Am nächsten Tag wartete dann das eigentliche Programm: Sport, Begegnungen und der große Vergleichskampf, bei dem Kassel und Mulhouse wieder einmal bewiesen, dass es hier nicht nur ums Gewinnen geht, sondern um Freundschaft, Austausch – und die eine oder andere sportliche Überraschung. Der Orientierungslauf startete um 14:30 Uhr auf dem Universitätscampus. Hier unterlagen die Sportler aus Kassel. Auch beim Handballvergleich, der um 16:00 Uhr im Centre Régional Sportif stattfand, hatten wir leider nicht den Hauch einer Chance. Die Jungs vom Sportinternat Mulhouse entpuppten sich als eingespieltes Team und waren gegenüber unserem Team nicht nur körperlich überlegen. Trotz Niederlage hatten alle Beteiligten viel Spaß und der Abend wurde mit einem gemeinsamen Abendessen gemütlich abgeschlossen.

Ein echtes Highlight abseits des Sports war am Sonntag der Besuch im Cité du Train, dem Eisenbahnmuseum in Mulhouse. Schon beim Betreten der riesigen Halle fühlte man sich wie in eine andere Zeit versetzt: Dampflokomotiven, elegante Schnellzüge und jede Menge Geschichten auf Schienen. Besonders faszinierend war, wie Technik und Geschichte hier aufeinandertreffen – selbst die größten Sportskanonen waren plötzlich wie kleine Kinder, die mit leuchtenden Augen vor den gigantischen Lokomotiven standen. „Sport verbindet, aber Eisenbahnen fahren alle“, hieß es augenzwinkernd. Zwischen alten Schnellzügen und moderner Technik kam man ins Staunen – und ins Schmunzeln, denn meine Spieler hatten die glorreiche Idee, ob man so eine Lok nicht vielleicht auch als „Team-Bus“ einsetzen könnte.

Das anschließende Mittagessen war dann auch schon der letzte Programmpunkt beim Austausch Mulhouse – Kassel.

Auf der Rückfahrt Richtung Kassel war die Stimmung entsprechend: müde, glücklich und ein bisschen stolz, Teil einer 60-jährigen Tradition zu sein. Der Städtevergleichskampf mag sportlich geprägt sein – doch eigentlich geht es um viel mehr: Freundschaften, Austausch und darum, dass man sich jedes Jahr auf ein Wiedersehen freut. Also dann, 2026 wieder in Kassel!

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