Handball-Ostercamp in Rotenburg a.d.F. – Tag 3 (01.04.2026)
Tagebucheintrag von Iljo Duketis
Liebes Tagebuch,
Die erste Trainingseinheit vor dem Frühstück – ja genau, VOR dem Frühstück, also zu einer Uhrzeit, wo normale Menschen noch mit dem Kopf im Kissen diskutieren – wird natürlich fein säuberlich geplant. Da will ich schon mal einen kleinen Einblick geben, worauf ich so großen Wert lege.
Aufwärmen? Klar. Aber nicht einfach bisschen Arme kreisen und so tun, als würde man sich bewegen. Nein, Partnerübungen! Und alles mit Ball. Weil ohne Ball wäre das hier ja nur Frühsport. Technische Elemente stehen im Vordergrund: verschiedene Pässe, saubere Laufwege – also kein „Ich renn mal irgendwohin und hoffe, da steht jemand“.
Heute geht’s erstmal ordentlich in den Parcours. Koordinationsleiter mit Schrittfolgen, bei denen man sich fragt, ob man noch zwei funktionsfähige Füße hat. Dann Sprungfolgen – hoch, runter, seitlich – und natürlich Täuschübungen auf der Wurfseite und gegen die Wurfhandseite. Abschluss gegen den Rebounder. Extreme, dynamische Bewegungen! Also genau das, wo man merkt: „Ah, jetzt lebt der Körper… leider überall gleichzeitig.“
Nach dem Frühstück – endlich! – und einer Stunde Pause (die sich anfühlt wie fünf Minuten) geht’s in die zweite Einheit. Weil wir ein ordentliches Programm aufgestellt haben, brauchen wir natürlich personelle Verstärkung.
Hermi wird durch Max, seinem Sohn und A-Jugend Bundesliga-Spieler, unterstützt. Er ist einer, der weiß, wo das Tor steht. Zu mir stößt Enkel Lino von der MT Melsungen II, Mitglied im Förderkader der Bundesliga MT und einer, der seinen Weg gehen wird.
Hermi übernimmt die Asterix-Gruppe. Und klar – Abwehrschulung in kleinen Gruppen. Schwerpunkt: Mittelblock. Der muss funktionieren wie eine deutsche Autobahnbaustelle – keiner kommt durch! Schnell raustreten, Spielfluss unterbrechen, Gegner nerven.
Meine Majestix-Gruppe? Da geht’s energisch zur Sache. Stoßbewegungen in der Abwehr, Positionswechsel – Action pur. Problem: Sobald Druck kommt, werden manche Pässe so gespielt, als hätte man die Augen zugemacht. Technische Fehler lassen grüßen.
Nach einer kurzen Trinkpause (also drei Schluck und weiter geht’s) arbeiten wir an individueller, positionsspezifischer Wurftechnik. Hier braucht man Technik, Timing und die richtige Entscheidung. Und bitte nicht erst überlegen, wenn der Ball schon beim Gegner ist. Durch Kreuzbewegungen wird der Durchbruch zum Kreis gesucht.
Die Asterix-Gruppe trainiert währenddessen präzise Pässe aus dem Lauf und 1-gegen-1 mit erfolgreichem Abschluss. Also nicht nur schön aussehen – auch treffen!
Nach dem Mittag übernehmen die Trainer andere Gruppen. Meine Obelix-Gruppe arbeitet in Vierergruppen mit vier Bällen. Vier Bälle! Da merkt man schnell: Konzentration ist kein Luxus, sondern Überlebensstrategie. Laufwege, Pässe, Positionswechsel – alles gleichzeitig. Und wenn ein Ball flöten geht, weiß keiner mehr, wo oben und unten ist.
Ich kümmere mich um Positionswürfe: Welche Technik? Welche Täuschung? Wann? Warum? Und bitte nicht „einfach mal drauf“.
Hermi trainiert Unterzahl-Abwehr. Ziel: Dem Gegner bloß keine Chance geben, durch die Mitte abzuschließen. Aber wenn zu spät geschoben wird, nutzt der Gegner die Lücke schneller als wir „Deckung!“ rufen können.
Die Asterix-Gruppe ist jetzt im Schnelligkeitstraining – mit kleinen Spielen, damit’s Spaß macht. Und tatsächlich: Alle drei Gruppen sind voll dabei. Mit Elan. Von Müdigkeit keine Spur. Also bei den Spielern.
Heute Abend dann noch Basketballturnier. Warum? Weil Basketball in der Abwehr enorm schult. Und außerdem merkt man mal, dass auch andere Sportarten anstrengend sind.
Ich dagegen merke langsam: Meine Buchstaben werden unscharf. Meine Konzentration macht Feierabend. Ich hoffe, ich schaffe es noch, dieses Tagebuch ordentlich zu beenden.
Wir freuen uns auf morgen. Da wollen die Kids zeigen, was sie gelernt haben, neue Freundschaften feiern – und natürlich die Eltern wiedersehen.
Also bis morgen! Wir freuen uns auf Euch.
Und jetzt muss ich ehrlich sagen… ich glaube, ich schaffe diesen Satz nicht mehr zu Ende zu schrei_________ . ..
Fortsetzung folgt.

































































































































































