Sommer-Handballcamp 2026 – Tagebucheintrag Tag 3 von Headcoach Iljo Duketis

Sommer-Handballcamp 2026 – Tagebucheintrag Tag 3 von Headcoach Iljo Duketis
Liebes Tagebuch,
Tag 3 ist immer eine besondere Herausforderung. Als Trainer braucht man heute nicht nur Fachwissen, sondern auch eine gehörige Portion Psychologie. Die Jugendlichen haben in den ersten beiden Tagen bereits zwölf intensive Trainingseinheiten absolviert – mehr, als viele sonst in einem ganzen Monat schaffen. Dazu kommt, dass einige gerade erst aus den Sommerferien zurück sind. Da muss man die Trainingsinhalte clever auswählen, damit die Begeisterung nicht der Müdigkeit weicht.
Deshalb stand heute ein anspruchsvoller Technik-Parcours auf dem Programm. Zehn Stationen mit viel Beinarbeit, unterschiedlichen Sprungformen, Stoßbewegungen und Schnellkraftübungen mit kleinen Gewichten sorgten für reichlich Abwechslung. Das Belastungsprinzip war einfach: 20 Sekunden Vollgas, 5 Sekunden Pause. Anspruchsvoll, aber genau richtig dosiert. Das Ergebnis? Die Müdigkeit verschwand fast wie von selbst, und die Motivation war sofort wieder da.
Nach dem Frühstück durfte sich die Majestix-Gruppe im Schwimmbad austoben, während die Asterix- und Obelix-Gruppe bereits den Weg in die Sporthalle antrat.
Am Vormittag stand alles im Zeichen der individuellen Abwehrschulung. Im 1-gegen-1 musste der Angreifer daran gehindert werden, den Hütchenbereich zu erreichen. Danach wechselten die Rollen. Anschließend folgten kleine Spielformen mit besonderen Regeln: Kein Tippen des Balles! Dadurch waren alle gezwungen, sich ständig ohne Ball freizulaufen und clever zu bewegen. Zum Abschluss wurde 3 gegen 3 gespielt – allerdings wurde der Ball zunächst hoch in die Luft geworfen. Wer ihn eroberte, durfte sofort angreifen. Hier waren Reaktionsschnelligkeit, Aufmerksamkeit und Tempo gefragt.
Der gesamte Vormittag gehörte der Abwehrarbeit, doch durch die vielen abwechslungsreichen Spielformen blieb die Konzentration hoch. Von Müdigkeit war plötzlich keine Spur mehr.
Mittagspause. Oder besser gesagt: theoretisch Mittagspause. Während die Kinder weiter durch das Hotel flitzen, gönne ich mir ein paar ruhige Minuten im Zimmer und plane bereits das Nachmittagstraining. Trainer kennen schließlich keine echte Pause.
Am Nachmittag übernehmen Janka und Milan große Teile des Trainings. Janka sorgt zunächst mit einem intensiven Aufwärmprogramm dafür, dass alle wieder auf Betriebstemperatur kommen. Anschließend werden die Gruppen aufgeteilt.
Milan arbeitet am Angriffsspiel mit vielen Ballstaffetten, Stoßbewegungen und Kreuzungen, um Positionswechsel sauber einzustudieren. Janka widmet sich der Sprungkraft. Trainiert werden beidbeinige, einbeinige und kombinierte Sprünge. Ein häufiger Fehler im Jugendbereich zeigt sich auch heute wieder: Viele springen beim Sprungwurf lieber weit als hoch. Genau daran wird intensiv gearbeitet – natürlich verbunden mit gezielten Würfen auf maximale Wurfkraft.
In der Halle wird es inzwischen immer heißer. Doch keiner lässt sich davon beeindrucken. Alle trainieren mit großem Einsatz und geben ihr Bestes. Jetzt geht es darum, den inneren Schweinehund zu besiegen.
Ich selbst übernehme die Asterix-Gruppe. Unsere jüngsten Handballer feilen mit viel Begeisterung an ihrer Balltechnik. Überall in der Halle wird gleichzeitig intensiv gearbeitet. Jede Gruppe verfolgt ihre eigenen Schwerpunkte, und genau das macht den Reiz unseres Camp-Konzepts aus.
Die Abendspiele bestehen aus Hockey und Reaktionstraining mit den Reaktionslichtern. Das macht den Kids unheimlich Spaß und rundet den dritten Trainingstag ab.
Wenn ich mich heute umschaue, sehe ich überall konzentrierte Gesichter, lachende Kinder und Trainer, die mit Herzblut bei der Sache sind. Genau für solche Momente macht man ein Handballcamp.
Bis morgen, liebes Tagebuch.
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