Sommer-Handballcamp 2026 – Tagebucheintrag Tag 4 von Headcoach Iljo Duketis

Sommer-Handballcamp 2026 – Tagebucheintrag Tag 4 von Headcoach Iljo Duketis
Liebes Tagebuch,
unser Ritual bleibt auch heute bestehen: Um 6:00 Uhr stehe ich in der Halle und baue noch vor dem Frühstück unseren handballspezifischen Parcours auf. Wenn die Kids um 7:00 Uhr eintreffen, starten wir ohne Zeit zu verlieren ins Training. Diese ersten 75 Minuten sind einfach zu wertvoll, um sie zu verschenken.
Nach einem intensiven Aufwärmprogramm mit komplexen Übungen in kleinen Gruppen geht es direkt an den neu aufgebauten Parcours. Ich passe ihn jeden Morgen an die Schwächen an, die ich am Vortag beobachtet habe. Heute stehen vor allem Technik, Dynamik und schnelle Beinarbeit im Mittelpunkt – nicht die Kondition.
Nach dem Frühstück tauschen die Gruppen wieder durch. Die Obelix-Gruppe darf zunächst ins Schwimmbad. Unsere jüngsten Asterix-Kinder trainieren währenddessen auf den Pedalos. Aber natürlich nicht einfach nur fahren – das wäre ja viel zu langweilig! Alles geschieht mit Ball: Pässe zu zweit, Prellen auf den Pedalos oder den Ball hochwerfen, in die Hände klatschen und wieder sicher fangen. Koordination, Gleichgewicht und Ballgefühl gleichzeitig – ein richtig anspruchsvolles Training.
Die Majestix-Gruppe arbeitet parallel an einer speziellen Abwehrschulung und beendet die Einheit mit Torwarttraining. Wer die Bilder sieht, erkennt sofort, wie vielseitig und intensiv hier gearbeitet wird.
Anschließend wechseln die Gruppen erneut. Jetzt geht es für die Asterix-Kinder ins Schwimmbad, während die Obelix-Gruppe Kreuzbewegungen, Stoßhandlungen und verschiedene Abwehrsituationen trainiert. Ehe man sich versieht, ist es bereits 11:30 Uhr und das Vormittagstraining endet.
Mittagessen. Danach Mittagsruhe… zumindest theoretisch!
Ich versuche, ein paar Minuten abzuschalten. Aber auf den langen Hotelfluren wird gerannt, gelacht und getobt. Manchmal denke ich mir: Wenn wir diese Energie komplett ins Training übertragen könnten, wären wir unschlagbar!
Kaum hat man einmal tief durchgeatmet, stehen wir schon wieder in der Halle. Ehrlich gesagt habe ich kurz überlegt, unsere Betten einfach dort aufzustellen. Das tägliche Hoch und Runter zwischen Hotel und Sporthalle spart schließlich auch keine Kräfte.
Die Majestix-Gruppe entspannt gerade noch am Pool. Meine Asterix-Kinder arbeiten inzwischen mit dem Rebounder an Wurf-, Pass- und Balltechnik sowie am richtigen Timing beim Torabschluss. Es macht mich jedes Jahr stolz zu sehen, wie schnell sich viele Kinder innerhalb weniger Tage verbessern.
Mein größtes Ziel bleibt, dass jedes einzelne Camp-Kind am Ende nach Hause fährt und sagen kann: “Ich bin besser geworden und stolz auf mich.”
Die Majestix-Gruppe trainiert heute eines der wichtigsten Elemente im modernen Handball: den Tempogegenstoß. Individuell und in kleinen Gruppen üben wir die erste und zweite Welle sowie die richtigen Entscheidungen im Umschaltspiel. Dabei zählen explosiver Antritt, perfektes Timing und natürlich unsere Torhüter, die mit dem ersten präzisen Pass den Angriff überhaupt erst möglich machen.
Man darf dabei eines nicht vergessen: Heute ist bereits Tag 4. Seit vier Tagen trainieren die Kinder täglich sechs bis acht Stunden und werden morgens schon früh geweckt. Die Belastung ist enorm. Trotzdem ziehen sie mit einer Begeisterung mit, die mich jeden Tag aufs Neue beeindruckt.
Was tut man nicht alles für den Handball? Aber solange es Spaß macht, fühlt sich selbst harte Arbeit gar nicht so schwer an.
Nach dem Abendessen wartet noch unser gemeinsamer Tagesabschluss. Heute kombinieren wir Basketball, Hockey und verschiedene Reaktionsspiele mit unseren Reaktionslichtern. Bewegung, Wettkampf und jede Menge Lachen – genau so soll ein Camp-Tag enden.
Für die Kinder heißt es danach: ab ins Bett.
Für mich beginnt dann die zweite Schicht. Rund 500 Bilder wollen sortiert werden. Anschließend lasse ich den gesamten Tag noch einmal Revue passieren und schreibe mein Tagebuch. Erst danach gönne ich mir meinen grünen Tee. Als ich auf die Uhr schaue, ist es schon wieder 1:00 Uhr nachts.
Vier Stunden Schlaf? Das muss wohl reichen.
Ich bin überzeugt: Ein glücklicher Mensch braucht manchmal gar nicht so viel Schlaf.
Meine Gedanken sind allerdings schon bei morgen. Tag 5 ist für mich jedes Jahr der schwerste Tag des gesamten Camps. Nicht wegen des Trainings – sondern weil der Abschied von meinen Handball-Kindern jedes Mal aufs Neue schwerfällt.
Gute Nacht, liebes Tagebuch, bis morgen!
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