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Handballschule DUKETIS * Herbst-Handballcamp 2026 Tagebucheintrag Tag 3 oder der Tag, an dem die Muskeln rebellieren

Posted on 8 Okt. um 10:50 Uhr

Handballschule DUKETIS * Herbst-Handballcamp 2026

Tagebucheintrag Tag 3 oder der Tag, an dem die Muskeln rebellieren

Der dritte Tag ist für mich immer eine ganz besondere Herausforderung. Nicht, weil ich plötzlich keine Ideen mehr habe – davon habe ich bekanntlich eher zu viele –, sondern weil ich genau weiß, was jetzt passiert: Die Muskeln der Kinder beginnen langsam, offiziell gegen mich zu protestieren. Ich muss also verhindern, dass die Gruppe nicht irgendwann geschlossen vor mir steht und sagt: „Trainer, wir müssen reden. Unser ganzer Körper streikt!“ Um ein bisschen psychologisch Einfluss zu nehmen – natürlich ausschließlich im Sinne des Sports! – gibt es eigentlich nur ein Mittel: Ablenkung durch Spaß, Wettkampf und ganz viel Bewegung.

Also heißt es: Trainingsplan zusammenstellen, kleine Wettkämpfe einbauen und möglichst viele Angriffssituationen mit Torwürfen schaffen. Denn solange die Kinder einen Ball in der Hand haben und auf ein Tor werfen dürfen, vergessen sie vielleicht sogar, dass ihre Beine eigentlich schon seit gestern kündigen wollen.

Um 5:15 Uhr stehe ich auf. Während normale Menschen um diese Uhrzeit noch mit ihrem Kissen diskutieren, mache ich mir erst einmal einen Tee. Danach geht es direkt in die Sporthalle. Ich stelle einen Parcours mit fünf verschiedenen Stationen zusammen. Alle fünf Stationen bekommen technische Elemente. Für mich ist klar: Bevor der Ball in der Hand ist, muss das Training schon Spaß machen! Und tatsächlich: Ich staune selbst ein bisschen. Die Kinder sind begeistert. Die Rechnung geht auf. Noch keine Beschwerden über Muskelkater. Oder sie sind einfach zu beschäftigt, um sich zu beschweren.

Für das Vormittagstraining habe ich mir Janka und Milan „bestellt“. Natürlich nicht beim Lieferservice, sondern als Verstärkung für mein Trainerteam. Schließlich möchte man am dritten Tag nicht alle Karten auf einmal ausspielen – ein paar Trümpfe müssen noch auf der Hand bleiben.

Für Milan gibt es eigentlich kein schöneres Thema als Körpertäuschungen, Handlungsschnelligkeit und das Spiel 2 gegen 2. Genau das passt perfekt zu unserem Anspruch in der Handballschule. Die Kinder sollen nicht einfach nur Übungen abspulen. Sie sollen lernen, Situationen zu erkennen, Entscheidungen zu treffen und durch gezielte Korrekturen besser zu werden. Und das Ganze macht sogar Spaß!

Janka übernimmt mit der gesamten Mannschaft zunächst ein tolles Aufwärmtraining mit Musik. Das bringt Lockerheit in die Gruppe und sorgt dafür, dass auch die letzten müden Knochen langsam verstehen: „Okay, Leute, wir müssen heute wohl wieder ran.“ Danach geht es bei Janka mit einem motorisch-athletischen Training weiter. Ein Parcours mit spielerischen, handballspezifischen Übungen und wettkampforientierten Stationen wartet auf die Kinder. Wie man schon erkennen kann, zieht sich ein Thema durch unseren gesamten Trainingsplan: Spielerische Elemente! Denn wenn die Kinder gar nicht merken, wie viel sie trainieren, haben wir Trainer eigentlich schon ziemlich viel richtig gemacht.

Und dann kommt am Nachmittag – wie sagt man so schön? – die Kirsche auf der Torte. Was könnte das sein? Natürlich unser Trainerassistent Lino, der bei der MT Melsungen seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat und im Perspektivkader aufgenommen wurde.

Mein Plan dahinter ist natürlich ganz uneigennützig: Die Kids sollen ihn anhimmeln und denken: „Wow, mit so einem Spieler dürfen wir heute trainieren!“ Und genau diese Motivation nutzen wir. Wir arbeiten mit vielen Stoßbewegungen und Torabschlüssen. Dazu kommen jede Menge Täuschbewegungen. Auch die Rebounder kommen zum Einsatz, damit möglichst viele Würfe auf das Tor gebracht werden. Und dann stellt sich Lino ins Tor. Das ist natürlich noch einmal eine zusätzliche Motivation. Denn plötzlich ist das Tor nicht mehr einfach nur ein Tor – jetzt will man gegen sein Vorbild unbedingt auch ein Tor werfen.

Ich habe die Asterix-Gruppe und starte mit Torwarttraining aus verschiedenen Positionen, natürlich jeweils mit zusätzlichen Aufgaben. Dazu baue ich viele koordinative Übungen ein, damit auch die notwendige Dynamik in die Bewegungen kommt. Und irgendwann denke ich mir: Hurra! Ich habe es geschafft! Die Kinder trainieren richtig gut, sind motiviert und haben dabei sogar noch Spaß. Genau das wollte ich erreichen.

Aber der Tag ist natürlich noch nicht vorbei. Für das Abendspiel habe ich mir ebenfalls etwas Neues ausgedacht. Wir spielen mit Pezzyball über die Bänke so etwas wie Tennis – nur dass wir dabei wie beim Tischtennis ständig herumrennen. Ganz ehrlich: Ich habe dieses Spiel selbst noch nie ausprobiert. Das ist entweder tollkühn von mir oder ich bin inzwischen lebensmüde geworden. Wir werden sehen.

Jetzt bin ich gespannt, wie die Kinder das Spiel annehmen. Vielleicht wird es ein riesiger Erfolg. Vielleicht endet es auch in einem wilden Chaos aus Bällen, Bänken und lachenden Kindern. Aber genau das gehört für mich zu so einem Trainingslager dazu.

Tag 3 ist geschafft. Die Muskeln leben noch, die Kinder lachen noch und der Trainer hat immer noch Ideen.

Das kann eigentlich nur bedeuten: Morgen geht es weiter. Bis dann, liebes Tagebuch!

Iljo Duketis – Handballschule DUKETIS
„Weck den Handballer in Dir!“

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