Handball-Sommercamp 2020 auf dem Sensenstein
Tag 2: Dienstag, 04.08.2020
Liebes Tagebuch!
Draußen ist es ja schon hell und ich laufe durch den Korridor und klopfe an die Türen. Zeit zum Aufstehen. Es ist 6:30 Uhr. Die Kids haben zwar noch Schulferien aber ich kenne kein Erbarmen. 15 Minuten später sind alle angezogen und es geht auf den Sportplatz. Dann höre ich hinter meinem Rücken ein Flüstern: „Was wollen wir denn auf dem Sportplatz? Der Rasen ist doch gemäht. Oder sollen wir etwa Frühsport machen?“ Ja – genau! Und dazu möchte ich noch ein Lächeln in den Gesichtern sehen. Ich bin erstaunt, auch das klappt!
Eben erst gefrühstückt und schon hören die Kinder folgende Ansage: „In einer halben Stunde will ich Euch in der Halle sehen!“ Da höre ich, wie ein Junge zu dem anderen sagt: „Ich überlege mir, ob ich wirklich Handballprofi werden will, vielleicht gehe ich doch lieber Studieren!“. Auf dem Programm steht „Individuelle Abwehrarbeit“ sowie „Abwehrübungen in kleinen Gruppen“. Die Truppe arbeitet sehr gut und um ein wenig Motivation zu geben, rutscht mir das Wort „super Abwehrarbeit“ heraus. So viel Lob kennt man sonst nicht von mir…. Auch das Vormittagstraining geht rasch vorüber und noch ist keine Müdigkeit zu erkennen. Nach dem Mittagsessen ist eine Stunde Pause, um zu ruhen. Um 13:30 Uhr steht schon die nächste Trainingseinheit auf dem Plan. Mit kleinen Spielen bringe ich die Truppe in Gang. Technik-Schulung, viele Varianten des Zuspiels, wie z.B. hinter dem Rücken, durch die Beine, Kreuzen mit Rückpass, usw. Die Spieler fragen mich: „Trainer, wo haben Sie so viele Übungen her?“ Ich antworte: „Ganz einfach, hier stehen über 40 Jahre Trainererfahrungen vor Euch!“. Nach dem anspruchsvollen Hallentraining steht jetzt Gaudi auf dem Plan, denn wir gehen ins Schwimmbad. Alle rufen: „Hurra!“, allerdings macht mein Gesichtsausdruck die Kids stutzig. „Der plant doch was“, mutmaßen sie. Es dauert auch nicht lange und schon stehen Wettkämpfe auf dem Programm: Jogging im Wasser, Staffelspiele, Tauchen. Ein Mädchen sagt leise: „Ich dachte, unser Trainer hat uns lieb; hab ich mich so getäuscht?“ Aber die Stimmung in der Truppe wird immer besser und erst jetzt merken alle: „Doch, unser Trainer hat uns lieb!“ Der Tag geht langsam zu Ende, aber nicht für uns. Um 19:30 Uhr steht noch eine letzte Trainingseinheit an, aber die machen wir sehr gerne, denn jetzt wird Wurftraining gemacht, allerdings unter Belastung. Auch nach ca. 100 Sprungwürfen mit Täuschungen habe ich die Truppe gut unter Kontrolle und die Kids merken gar nicht, wie müde sie sind. Schön zu sehen, die jungen Handballer sind Feuer und Flamme und brennen für ihren Handballsport. Und ich finde es toll, wie schnell Freundschaften geschlossen wurden. Endlich geht auch Tag 2 zu Ende und ich muss sagen: „Ihr seid eine tolle Truppe und ich bin von Euch sehr begeistert!“ Die Teilnehmer sind zwischen 10 und 12 Jahren und der Jüngste ist sogar erst 9 Jahre!
Ich freue mich auf Tag 3.












































