15 Jahre Power-Handballcamp in Bendorf – eine Anerkennung und Wertschätzung
Im Jahr 2010 wurde ich von dem damaligen Leiter der Handballakademie VfL Gummersbach Axel Renner gefragt, ob ich die Leitung des Handballcamps beim TS Bendorf als Chefcoach übernehmen möchte. Damals bestand eine Kooperation zwischen der Akademie VfL Gummersbach und dem Verein TS Bendorf. Ich musste nicht lange überlegen und schon war das erste gemeinsame Handballcamp unter meiner Leitung geboren. Zwei Jahre durfte ich dieses Camp in Kooperation mit der Handballakademie leiten – dann wurde diese Kooperation leider beendet.
Doch der Vorstand und der Förderverein der Jugend des TS Bendorf baten mich, die Camps als Headcoach weiterzuführen. So wurde das Power-Handballcamp geboren. Der Name kommt nämlich durch meine Trainingsmethode, die alle in Bewegung hält und voller Energie, voller Dynamik ist.
Seit nunmehr 15 Jahren fahre ich (mit einer kleinen Corona-Pause) jedes Jahr Richtung Koblenz nach Bendorf. Für mich ist das eine große Ehre – ein Stück gelebte Handballvision. In dieser Zeit bin ich ein Teil der TS Bendorf-Familie geworden. Besonders stolz macht mich, dass viele Jugendliche, die einst Teilnehmer des Camps waren, inzwischen den Sprung in die 1. Mannschaft geschafft haben.
Ich durfte viele Generationen trainieren. Viele ehemalige Spieler kommen auch heute noch in die Halle, um mich während der Camp-Tage zu besuchen – nicht selten gemeinsam mit ihren Kindern oder sogar Eltern und Großeltern. Diese Wertschätzung und dieses Vertrauen in mein Wissen und meine Art, Handball zu lehren, sind für mich ein Geschenk.
Ein besonderer Dank gilt der Familie Schmidt, die mir jedes Jahr das schönste Apartment zur Verfügung stellt und mich längst als Familienmitglied aufgenommen hat. Sogar in meiner Heimat Rovinj haben sie mich besucht – eine Freundschaft, die weit über den Sport hinausgeht.
All diese Begegnungen, die Großzügigkeit und die Liebe, die mir entgegengebracht werden, lassen mich dann sprachlos werden und wer mich kennt, weiß, dass das wirklich nicht oft vorkommt.
Was mich antreibt, ist diese echte Anerkennung und Wertschätzung meiner Person, die ich nicht allein durch Fachwissen erlangt habe. Wichtig ist, authentisch zu bleiben, die Menschen durch Begeisterung mitzureißen und sein Wissen mit Herzblut und Leidenschaft weiterzugeben.
In 15 Jahren durfte ich unzählige Kinder und Jugendliche erleben, begleiten und prägen. Ich habe viel zurückbekommen, z.B.
- Mütter, die bis tief in die Nacht Nussecken für mich backen,
• Jugendliche, die inzwischen Eltern geworden sind und ihre Kinder stolz vorstellen,
• Spieler, die jedes Jahr voller Vorfreude auf mein mit Handballmaterialien gefülltes DUKETIS-Mobil warten, - kleine Gesten wie eine Tasse Tee oder das stille Vertrauen in der Halle, wenn bei einem Pfiff von mir absolute Ruhe einkehrt.Ich erinnere mich noch gut an ein Camp, bei dem plötzlich zwei meiner Co-Trainer ausfielen. Plötzlich stand ich allein vor 67 erwartungsfrohen Kindern. Als erstes geht einem durch den Kopf: „Ruhe bewahren!“. Aufgrund meines großen Erfahrungsschatzes stellte diese Situation kein Problem für mich dar. Die Trainingseinheit wurde optimal strukturiert, mit klaren Ansagen meinerseits und interessanten Aufgabenstellungen an die Kinder gemeistert. Alle haben mitgemacht und alle waren zufrieden! Ich gebe zu, meine Nerven haben ein klein wenig gelitten, aber das habe ich mir nicht anmerken lassen.
Eine Mutter fragte mich später erstaunt: „Herr Duketis, wie schaffen Sie es, dass 67 Kinder auf einem Haufen Disziplin zeigen, wo unsere Trainer schon mit 13 überfordert sind?“ Meine Antwort war einfach:
- Du musst die Kinder begeistern.
2. Das Training muss Spaß machen.
3. Alle müssen immer in Bewegung bleiben.
Und das Wichtigste: Mein Spruch, den jedes von mir trainierte Kind kennt: „Im Training ist der Mund nur zum Atmen da, die Beine zum Laufen, und ich bin derjenige, der redet. Wer zuhört, lernt viel.“
Bei jedem Abschied kommt die Frage: „Sehen wir uns nächstes Jahr wieder?“
Und meine Antwort bleibt immer gleich: Selbstverständlich – wir gehören doch zusammen!
Iljo Duketis


